Die Herausbildung eines urbanen politischen Subjekts. Auseinandersetzungen um das Jugendzentrum Gütersloh 1970 bis 1973

Autor/innen

  • Tim Zumloh LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte

DOI:

https://doi.org/10.60684/msg.v57i1.105

Schlagwörter:

Urbanität, Jugendzentrum, Gütersloh

Abstract

Von 1970 bis 1973 forderten Jugendliche in der westdeutschen Stadt Gütersloh ein städtisches Jugendzentrum. Der Beitrag untersucht, wie die Vorstellungen dieser jungen Menschen davon, warum sie ein solches Jugendzentrum benötigten, sich in dieser konfliktreichen Phase der Forderung wandelten. Die Fallstudie beruht auf der Annahme, dass hier Urbanität verhandelt wurde und dass diese Forderung daher als ein Prozess des „Doing City“ zu verstehen ist. Die Aushandlungen bewegten sich in Richtung einer politischen Wahrnehmung dieser Urbanität. Junge Menschen begannen, sich selbst als benachteiligte Gruppe in der Stadt wahrzunehmen. Ihre Forderung nach Urbanität wurde zu einer politischen Forderung. Wichtigster Ausdruck dieser Urbanität war – wie argumentiert wird – die Herausbildung des benachteiligten Jugendlichen in der Stadt als das politische Subjekt, das mobilisiert werden sollte.

From 1970 to 1973, young people in the West-German town Gütersloh demanded a municipal youth centre. This article examines, how these young people’s views on why they need a youth centre changed during the conflictual phase of demands. The study is based on the hypothesis, that here urbanity was negotiated and that these demands therefore display a process of “Doing City”. These negotiations moved towards a political notion of urbanity. Young people began to understand themselves as a marginalised group in the city. Hence, their demand for urbanity became a political demand. The key expression of this political urbanity was – as I argue – the emergence of the marginalised youngster in the city as the political subject to mobilise.

Autor/innen-Biografie

  • Tim Zumloh, LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte

    Tim Zumloh ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte. Er arbeitet zur Stadt- und Regionalgeschichte sowie zur Geschichte der sozialen Bewegungen und der Migration. Zuletzt war er an der Erarbeitung der Stadtgeschichte Güterslohs 1945 bis 2025 beteiligt und hat dazu u. a. veröffentlicht: Umkämpfter Stadtbau. Abrisse – Neubauten – Erhalte, in: Christoph Lorke (Hrsg., unter Mitarbeit von Joana Gelhart und Tim Zumloh), Gütersloh. Geschichte einer Stadt (1945–2025), Bielefeld 2025, S. 413-451.
    tim.zumloh@lwl.org

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Veröffentlicht

29.06.2026