Die Stadt verhandeln. Urbane Aneignungsprozesse religiöser Minderheiten im Stadtraum der Gegenwart

Authors

  • Beate Löffler TU Dortmund

DOI:

https://doi.org/10.60684/msg.v57i1.107

Keywords:

Architektur, Religion, Sakraltopographie

Abstract

Die Komplexität der modernen Stadt bildet sich auch in der weltanschaulichen und religiösen Vielfalt ab. Dabei geraten sozialer und gebauter Raum bisweilen in Spannung zueinander: Die Suche nach Räumen zur Ausübung des Gottesdienstes und der Gemeinschaft mit Gleichgesinnten ist für religiöse Minderheiten vielfach mit historisch gewachsenen Stadtstrukturen, gesellschaftlichen Normativen und Hegemonien konfrontiert. Diese können der Teilhabe an der Stadtgesellschaft im Wege stehen oder auch einen wertvollen Fundus für das Weiterschreiben von Stadt im gesellschaftlichen Wandel bieten. Der Beitrag skizziert die Herausforderungen, die sich aus der Nachfrage nach baulicher Präsenz religiöser Minderheiten für die Stadtgesellschaft ergeben, an Beispielen, die im Zuge des DFG-Forschungsprojektes „Sakralität im Wandel“ erhoben wurden. Er zeigt zunächst Beispiele für weitgehend reibungsloses Teilen von Stadt- und Gottesdienstraum durch zeitgemäßes Um- und Weiterbauen oder die Weitergabe von Bauten über die religiösen Bekenntnisse hinweg. Im Anschluss thematisiert er verschiedene Problemstellungen beim ‚place seeking‘ und ‚place making‘ religiöser Gemeinschaften im gesellschaftlichen Diskurs.

The complexity of the modern city is also visible in its religious diversity. Sometimes, social and built space come into tension with each other: the search for spaces to worship and fellowship with like-minded people often confronts religious minorities with historically evolved urban structures, social normatives and hegemonies of interpretation. These may either hinder participation in urban society or offer a valuable resource for the further development of the city in the face of social change. The paper uses examples that were collected as part of the DFG research project ‘Transformations of Sacredness’ to outline the challenges arising for urban society from the need for the architectural presence of religious minorities. It shows initially examples of largely smooth “sharing” of urban and worship spaces through contemporary repurposing and rebuilding or the passing on of buildings across religious denominations and addresses afterwards various problems in the “place seeking” and “place making” of religious communities in social discourse.

Author Biography

  • Beate Löffler, TU Dortmund

    Beate Löffler, Dr. phil. habil., TU Dortmund, Geschichte und Theorie der Architektur, Forschung und Lehre zwischen Geschichte und Kunst, Architektur und Kultur, v. a. zum Bauen als kulturhistorischem Phänomen; Schwerpunkte derzeit auf architektonischen Kulturtransfers im globalen Kontext, zur Rolle von Sakralräumen für modernen Gesellschaften und zur architekturbezogenen Kommunikation der Gegenwart. Veröffentlichung u. a.: Constructing Japan. Knowledge production and identity building in late nineteenth century western architectural discourses, Leiden 2025. 
    beate.loeffler@tu-dortmund.de

Downloads

Published

2026-06-29